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Zeitnah klären

Geruch im Auto loswerden

Mein Auto riecht nach Rauch, Hund oder muffig — wie werde ich den Geruch wirklich los?

Kurz gesagt

Erst die Quelle finden und beseitigen — Feuchtigkeit, Rückstände, alter Innenraumfilter. Was danach in Polstern, Himmel und Lüftung sitzt, bekommt eine Ozonbehandlung heraus. Duftsprays überdecken nur.

Geruch im Auto loswerdenGeruch im Auto loswerden

Woher der Geruch kommt

Gerüche im Auto haben fast immer eine von vier Ursachen. Zigarettenrauch legt einen feinen Teer- und Nikotinfilm auf jede Oberfläche — am stärksten im Dachhimmel, der wie ein Schwamm wirkt, und in den Lüftungskanälen. Tiergeruch sitzt in Polstern und Teppichen, zusammen mit Haaren und Hautfett. Verschüttetes — vor allem Milch — sickert in den Schaumstoff der Sitze oder unter den Teppich und wird dort von Bakterien zersetzt; das riecht nach Tagen schlimmer als am ersten.

Die vierte Ursache ist die tückischste: Feuchtigkeit. Ein muffiger, kellerartiger Geruch bedeutet, dass irgendwo Wasser steht oder stand — durch eine undichte Türdichtung, einen verstopften Wasserablauf unter der Frontscheibe oder eine nasse Fußmatte im Winter. Riecht es dagegen nur in den ersten Sekunden nach dem Einschalten der Lüftung modrig, sitzt das Problem am Verdampfer der Klimaanlage.

Warum Duftbäume und Sprays nicht helfen

Ein Duftbaum legt einen zweiten Geruch über den ersten. Die Moleküle, die den eigentlichen Geruch verursachen, bleiben, wo sie sind — und sobald der Duftstoff verflogen ist, ist alles wie vorher. Bei Rauch kommt hinzu, dass der Film auf den Oberflächen bei Wärme immer wieder ausgast: Das Auto riecht im Sommer stärker als im Winter, egal was am Spiegel hängt.

Hausmittel wie Kaffeepulver, Natron oder Essigschalen binden etwas Geruch aus der Luft. Gegen das, was in Polstern und Dämmung sitzt, richten sie nichts aus.

Was Sie selbst tun können

Zuerst die Quelle suchen. Fußmatten herausnehmen und den Teppich darunter mit der Hand prüfen: Ist er feucht, ist das die Ursache, und jede Geruchsbehandlung wäre vergebens, solange die Stelle nicht trocken und die undichte Stelle nicht gefunden ist. Auch die Reserveradmulde im Kofferraum ist ein Klassiker.

Danach: gründlich saugen, Verschüttetes so früh wie möglich aufnehmen, und den Innenraumfilter wechseln lassen — er kostet wenig, wird oft jahrelang vergessen und ist bei muffiger Lüftung häufig die halbe Lösung. Gegen den Klimaanlagengeruch hilft eine einfache Gewohnheit: die Klimaanlage ein paar Minuten vor dem Ziel ausschalten und das Gebläse weiterlaufen lassen, damit der Verdampfer abtrocknet.

Vorsicht mit Haushaltsreinigern auf Leder, Alcantara und dem Dachhimmel. Der Himmel ist nur verklebt — wird er zu nass, löst sich der Stoff und hängt durch.

Was eine Ozonbehandlung kann — und was nicht

Ozon ist ein Gas und kommt deshalb überall hin, wo kein Tuch und kein Sprühreiniger hinkommt: in die Fasern der Polster, in den Himmel, in die Lüftungskanäle. Dort oxidiert es die Geruchsmoleküle — der Geruch wird also abgebaut, nicht überdeckt. Wir reinigen das Fahrzeug vorher, behandeln es geschlossen und lüften danach kontrolliert aus; während der Behandlung darf sich niemand im Auto aufhalten, denn Ozon reizt die Atemwege. Ein leichter, an Schwimmbad erinnernder Geruch in den ersten ein, zwei Tagen ist normal und verfliegt.

Ehrlich zu den Grenzen: Ozon ersetzt keine Reinigung und beseitigt keine Ursache. Steht noch Wasser im Teppich, kommt der Modergeruch wieder. Sitzt der Geruch im Verdampfer, braucht es zusätzlich eine Klimaanlagen-Desinfektion. Und bei Fahrzeugen, in denen über viele Jahre geraucht wurde, ist der Schaumstoff so durchzogen, dass an heißen Tagen ein Rest wiederkommen kann — dann hilft eine zweite Behandlung. In den allermeisten Fällen ist der Geruch nach einem Durchgang weg.